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Nachhaltigkeit – ein Prinzip mit Vergangenheit

Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft. Grubenholz für den Bergbau und Brennholz zum Verdampfen der Salzsole zur Salzgewinnung führte bereits im späten Mittelalter zur Verwüstung der umliegenden Wälder und akuter Holznot.
Der Oberberghauptmann, H. Carl von Carlowitz, zuständig für den Silberbergbau in Sachsen, forderte 1713, “dass in den Wäldern nur so viel Bäume geschlagen werden, wie im gleichen Gebiet jedes Jahr nachwachsen.” Er war damit der Begründer der “Mengennachhaltigkeit”.

Nach H. Carl von Carlowitz hat der bekannte (hessisch gebürtige) Forstmann Ludwig Hartig das Prinzip der Mengennachhaltigkeit weiterentwickelt:

In einem frühen Werk trug Hartig alle damals bekannten Regeln zur Gründung und Pflege von Waldbeständen zusammen. Zu kurzen Lehrsätzen zusammengefasst, veröffentlichte er sie 1791 als Anweisung zur Holzzucht für Förster. Vier Jahre später ließ er seine Anweisung zur Taxation der Forsten folgen, in der er ausformulierte, was Nachhaltigkeit bedeutet. In der späteren Auflage von 1804 schrieb er dann die berühmt gewordenen Sätze zum Nachhaltigkeitsprinzip in der Forstwirtschaft:
“Es läßt sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken und erwarten, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit berechnet ist. Jede weise Forstdirektion muss daher die Waldungen des Staates ohne Zeitverlust taxieren lassen und sie zwar so hoch als möglich, doch so zu benutzen suchen, daß die Nachkommenschaft wenigstens ebensoviel Vorteil daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet.”

Quelle:
Josef Plößl, Dipl. Holzwirt
GESAMTVERBAND DEUTSCHER HOLZHANDEL E.V.